PECS - Überblick


PECS (Picture Exchange Communication System, zu deutsch: „Bildaustausch-Kommunikationssystem”) wurde Ende der achtziger Jahre von Lori Frost als alternatives Kommunikationssystem zunächst nur für autistische Menschen entwickelt. Inzwischen verwenden es allerdings viele Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.
Die Verwendung von PECS ermöglicht es den betreffenden Personen, Kommunikation in einem sozialen Kontext zu verstehen und zu praktizieren. Der PECS-Anwender gibt eine von ihm ausgewählte Symbolkarte seinem Kommunikationspartner in die Hand und erhält im Gegenzug von diesem den gewünschten Gegenstand/die gewünschte „Dienstleistung“ Der Vorteil von PECS ist, dass zur Verwendung nicht aufwendiges oder teures Material benötigt wird. Es wurde für Pädagogen, Therapeuten, Betreuer und Angehörige entwickelt und kann so in vielfältigen Zusammenhängen verwendet werden.

Obwohl Lautsprache bei PECS nicht vorausgesetzt wird, sollen die betreffenden Menschen nach und nach dazu angeregt werden, Symbole zuzuordnen und in einfache Sätze verbal umzuformen.

Die Arbeit mit PECS verläuft in sechs Phasen:

In der ersten Phase geht es um den körperlichen/physischen Austausch. Ziel der Phase ist, das der Schüler beim Wahrnehmen einer begehrten Sache, das entsprechende Bildkärtchen nimmt und dem Trainer in die Hand gibt.

In der zweiten Phase soll die Spontaneität des Schülers erweitert werden. Ziel der Trainingsphase ist, dass der Schüler zu seinem Kommunikationsbrett/-buch geht, das Bildkärtchen abnimmt, zum Lehrer geht und ihm das Kärtchen in die Hand gibt.

In der dritten Phase geht es um die Diskriminierung von Bildern. Der Schüler soll die gewünschte Sache verlangen, indem er zum Kommunikationsbrett/-buch geht, das passende Bildkärtchen aus der Bildkärtchensammlung auswählt, zum Kommunikationspartner geht und es ihm gibt.

In der vierten Phase steht die Satzstruktur im Vordergrund. In dieser Phase soll der Schüler vorliegende bzw. nicht vorliegende Sachen verlangen, in dem er einen mehrwortigen Satz verwendet. Dabei soll er aus seinem Kommunikationsbuch das Symbol für "Ich will/möchte" herausnehmen und es auf den Satzstreifen kleben; anschließend soll er das Bildkärtchen für die gewünschte Sache auf dem Satzstreifen befestigen, diesen dann aus dem Kommunikationsbuch herausnehmen, sich seinem Kommunikationspartner zuwenden und ihm diesen geben. Am Ende dieser Phase hat der Schüler in der Regel 25-50 Bildkärtchen in seinem Kommunikationsbuch und kommuniziert mit mehreren verschiedenen Kommunikationspartnern.

In der fünften Phase soll der Schüler auf die Frage "Was möchtest du?" antworten.
Das Ziel ist, dass er spontan aus einer Vielzahl von Sachen auswählen und so auf die Frage "Was möchtest du?" antworten kann.

In der sechsten und letzten Phase geht es um beantwortende und spontane Kommentare. Der Schüler soll angemessen auf Fragen, wie " Was möchtest du? Was siehst du? Was hast du da?" antworten, wenn ihm diese Fragen nach dem Zufallsprinzip gestellt werden.

In Amerika wird PECS auch oft bei Vorschülern verwendet, um die Sprachentwicklung zu fördern.

 
     
     
   
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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.04.2003 10:51

 
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